Neu geformte Silikonteile weisen herstellungsbedingt eine stumpfe, hemmende Oberfläche auf. Streicht ein Finger darüber, ist ein deutlicher Widerstand spürbar. Bleibt das Teil zwei Tage auf dem Tisch liegen, setzt sich bereits eine Staubschicht ab.
Das ist kein Problem des Werkzeugs. Silikon selbst besitzt eine Oberflächenenergie von nur etwa 22 mN/m. Es stößt Tinte naturgemäß ab, zieht Staub an und fühlt sich leicht klebrig oder stumpf an. DeshalbSilikonproduktebenötigen nach dem Entformen fast immer einen weiteren Schritt: die Oberflächenveredelung.
Siebdruck, Tampondruck, Lasergravur und Haptik-Beschichtung – diese vier Begriffe begegnen einem in der Silikonbranche am häufigsten und werden von Kunden besonders oft nachgefragt. Es handelt sich dabei jedoch nicht um eine Entweder-oder-Entscheidung. In der tatsächlichen Produktion werden sie häufig miteinander kombiniert. ASilikontastaturkönnen den Siebdruck als Basisverfahren, die Lasergravur für die Zeichen und eine Soft-Touch-Beschichtung als abschließende Schutzschicht nutzen. Drei Verfahren lassen sich so in einem Fertigungsablauf verknüpfen.
In diesem Artikel stellen wir die einzelnen Verfahren im Detail vor: was jeder Prozess leisten kann, wo seine Grenzen liegen, wie er sich von den anderen drei unterscheidet und wie die Verfahren in der Fertigung kombiniert werden.
Siebdruck: Die wirtschaftlichste Lösung für ebene Oberflächen
Der Siebdruck funktioniert genau so, wie der Name es beschreibt. Das Prinzip ist denkbar einfach: Ein Sieb anfertigen, die offenen Stellen für das Druckbild freilegen, die Druckfarbe durch das Gewebe auf die Silikonoberfläche pressen und anschließend im Ofen aushärten.
Es gibt jedoch einige entscheidende Einschränkungen, die beachtet werden müssen.
Erstens funktioniert es nur auf ebenen Oberflächen oder leichten Krümmungen.Das Sieb selbst ist flach, und eine Rakel drückt es während des Druckvorgangs gegen die Silikonoberfläche. Weist das Bauteil deutliche Vertiefungen, Absätze oder starke Krümmungen auf, kann das Sieb keinen gleichmäßigen Kontakt herstellen. Bei mangelndem Kontakt verläuft die Farbe, Kanten verschwimmen und es kommt zu Passungsfehlern. Dank der Flexibilität von Silikon lässt sich eine leichte Wölbung mitunter durch eine Haltevorrichtung ausgleichen, die das Teil flachdrückt. Ein vertieftes Design ist für diesen Prozess jedoch in der Regel ungeeignet.
Zweitens: Jede Farbe entspricht einem separaten Arbeitsschritt.Beim Siebdruck kann jeweils nur eine Farbe auf einmal gedruckt werden. Nach dem Druck der ersten Farbe muss das Bauteil für 5–10 Minuten bei 150–180 °C in den Ofen, damit die Farbe aushärtet, bevor die zweite Farbe aufgetragen werden kann. Drei Farben bedeuten drei Druck- und drei Einbrennvorgänge. Die Bearbeitungszeit verdoppelt sich, und die Kosten steigen entsprechend. Bei komplexen Grafiken mit vielen Farben schwindet der Kostenvorteil des Siebdrucks durch die Vielzahl der Prozessschritte schnell.
Drittens sind die Zeichen haptisch erhaben spürbar.Siebdruckfarbe ist typischerweise 10–20 µm dick. Nach dem Trocknen stehen die gedruckten Zeichen leicht über der Silikonoberfläche hervor. Dies ist mit der Fingerspitze spürbar. Das ist entscheidend, da es ein völlig anderes Benutzererlebnis erzeugt als die Lasergravur, die später behandelt wird. Bei Produkten, bei denen die Tasten-Haptik eine Rolle spielt – wie bei Fernbedienungen oder Game-Controllern –, erzeugen erhabene und vertiefte Zeichen ein grundlegend unterschiedliches taktiles Feedback.
Die Haftung der Siebdruckfarbe hängt von einer Voraussetzung ab: Die Silikonoberfläche muss vor dem Druck aktiviert werden. Dies wird in einem separaten Abschnitt weiter unten erläutert.
Der Siebdruck weist eine mittlere bis hohe Beständigkeit auf. Bei normalem Gebrauch halten die Schriftzeichen üblichem Abrieb stand und lösen sich nicht nach wenigen Monaten ab. Im Vergleich zur Lasergravur spielt er jedoch in einer anderen Beständigkeitsklasse.
Wann sollte der Siebdruck eingesetzt werden?Wenn die Oberfläche eben ist, die Grafik maximal zwei Farben umfasst, das Budget knapp ist und keine Hintergrundbeleuchtung benötigt wird, ist der Siebdruck die wirtschaftlichste Lösung.
Tampondruck: Die einzig praktische Lösung für gewölbte und unregelmäßige Oberflächen
Der Tampondruck löst das Problem, an dem der Siebdruck scheitert: gekrümmte Oberflächen.
Das Prinzip ist leicht verständlich: Zunächst wird eine Stahlplatte mit vertieften Druckmotiven geätzt. Diese Vertiefungen füllen sich mit Druckfarbe. Anschließend drückt ein Silikontampon auf die Platte, nimmt die Farbe auf und überträgt sie auf die Produktoberfläche. Der Prozess funktioniert wie das Stempeln – der Tampon ist der Stempel, die Stahlplatte der Farbspeicher und das Produkt das Papier.
Dieser Silikontampon ist der Schlüssel. Er ist weich und verformbar, sodass er sich an gekrümmte, sphärische, unebene und profilierte Oberflächen anpassen kann – etwas, das mit einem flachen Siebdruckrahmen nicht möglich ist.
Die Farbschicht beim Tampondruck ist etwa 50 µm dick – rund zwei- bis dreimal dicker als beim Siebdruck. Die gedruckten Zeichen bieten eine leichte Dreidimensionalität, jedoch ohne die deutliche Erhabenheit des Siebdrucks. Dies kommt einer sehr leichten Prägung nahe.
Zwei Punkte müssen beachtet werden:
Die Passergenauigkeit ist schwieriger zu kontrollieren als beim Siebdruck.Der Tampon ist weich, und die Verformung bei jedem Druckvorgang ist nie vollkommen identisch. Bei feinen Zeichen, schmalen Rändern oder Präzisionsgrafiken weist der Tampondruck daher meist größere Positionsabweichungen auf als der Siebdruck. Wenn Ihr Design enge Toleranzvorgaben erfordert, stimmen Sie sich mit dem Hersteller ab, ob dieses Präzisionsniveau gehalten werden kann.
Die in einem Arbeitsgang bedruckbare Fläche ist begrenzt.Die Kontaktfläche des Tampons ist in der Regel nicht groß, weshalb der Tampondruck für großflächige Grafiken nicht ideal ist. Die Optionen sind hier entweder ein Mehrfachdruck mit dem Risiko sichtbarer Ansätze oder der Wechsel zum Siebdruck.
Tampondruckfarbe basiert auf demselben silikonspezifischen Farbsystem wie Siebdruckfarbe, daher ist das Haftungsprinzip identisch: Die Oberfläche muss zunächst aktiviert werden. Nach der ordnungsgemäßen Aushärtung liegt die Beständigkeit auf demselben Niveau wie beim Siebdruck.
Wann sollte der Tampondruck eingesetzt werden?Wenn die Produktoberfläche gewölbt, sphärisch oder uneben ist oder die Druckposition in einem vertieften Tastenbereich liegt, ist der Tampondruck die einzig praktikable Wahl. Die meisten kleinen Zeichen auf Taschenrechner-Tastaturen und Telefontasten werden im Tampondruckverfahren aufgebracht.
Lasergravierte Beschriftungen halten bis zu 10 Jahre ohne Abrieb
Die Lasergravur ist ein völlig anderes Verfahren als Sieb- und Tampondruck. Beim Sieb- und Tampondruck wird Material durch Farbhaftung auf die Oberfläche aufgetragen. Die Lasergravur hingegen trägt Material durch Laserablation von der Oberfläche ab.
Bei diesem Verfahren wird ein fokussierter Laserstrahl auf eine vorhandene Beschichtung auf der Silikonoberfläche gerichtet. Der Laser trägt diese Deckschicht präzise ab und legt die darunterliegende Farbe frei. Ist die untere Schicht transparent und mit einer LED-Hintergrundbeleuchtung kombiniert, entstehen so hintergrundbeleuchtete Silikontastaturen.
Die Lasergravur bietet drei entscheidende Vorteile, die Sieb- und Tampondruck nicht bieten können:
Die Präzision liegt im Mikrometerbereich.Der Laserpunkt lässt sich extrem fein fokussieren, sodass er feinste Linien und winzige Schriftzeichen erzeugen kann, die im Siebdruck schlichtweg nicht reproduzierbar sind.
Die Zeichen sind vertieft.Der Laser trägt die oberste Beschichtung ab, sodass der Zeichenbereich etwa 0,02 bis 0,05 mm tiefer liegt als die umgebende Oberfläche. Mit der Fingerspitze ist eine Vertiefung spürbar. Im Siebdruck aufgebrachte Zeichen fühlen sich dagegen erhaben an. Für Anwender, die Wert auf taktiles Feedback legen, ist dieser Unterschied gravierend. Denken Sie beispielsweise an eine Fernbedienung: Bei der rein haptischen Bedienung erzeugen erhabene Zeichen und vertiefte Markierungen zwei völlig unterschiedliche Nutzungserlebnisse.
Die Zeichen nutzen sich nicht ab.Im Sieb- und Tampondruck aufgebrachte Zeichen bilden lediglich eine Farbschicht auf der Oberfläche. Bei entsprechender Beanspruchung und Reibung nutzen sie sich mit der Zeit ab. Laserbeschriftete Zeichen hingegen werden direkt in die Beschichtung gelasert. Solange die Beschichtung nicht komplett abgetragen ist, bleibt das Druckbild dauerhaft erhalten. Einkäufer von Tastaturen für Industrieanlagen und Bedienfeldern für den Außeneinsatz setzen daher fast ausnahmslos auf die Lasergravur.
Die Lasergravur hat eine Voraussetzung: Die Silikonoberfläche muss bereits mit einer Beschichtung versehen sein. Die gängige Methode besteht darin, zunächst eine dunkle Grundierung und anschließend einen helleren Decklack aufzusprühen; danach trägt der Laser den Decklack ab, um die Grundfarbe freizulegen. Bei hintergrundbeleuchteten Tasten ist die Grundschicht transluzent oder weiß und die Deckschicht eine dunkle, lichtundurchlässige Farbe, hinter der eine LED platziert wird. Das Licht tritt sauber durch die freigelaserte Zeichenfläche aus – mit scharfen Konturen und minimalem Streulicht.
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Wann sollte die Lasergravur eingesetzt werden?Erfordert das Produkt eine LED-Hintergrundbeleuchtung, dauerhafte Abriebfestigkeit der Zeichen oder ein vertieftes taktiles Feedback, ist die Lasergravur unverzichtbar.
Das Aufsprühen einer Haptikbeschichtung bietet weit mehr als nur eine glatte Oberfläche
Die Haptikbeschichtung wird von den vier Verfahren am häufigsten missverstanden. Viele halten sie lediglich für eine dekorative Schicht, die dem Silikon eine glattere Haptik verleiht. In der Praxis handelt es sich jedoch um einen funktionalen Schutzfilm.
Nach dem Formpressen weisen Silikonteile eine stumpfe Oberfläche auf. Dies ist auf den von Natur aus hohen Reibungskoeffizienten von Silikon sowie auf geringe elektrostatische Aufladungen während der Verarbeitung zurückzuführen. Ohne Oberflächenbehandlung zieht das Produkt bereits nach wenigen Tagen Staub an, und beim Darüberstreichen mit dem Finger ist ein spürbarer Widerstand vorhanden.
Die Haptikbeschichtung, auch Mattlackierung genannt, ist eine etwa 5–15 μm dicke, transparente Schicht. Sie wird auf die Silikonoberfläche aufgesprüht und anschließend bei 150–180 °C für 10–15 Minuten eingebrannt, um auszuhärten. Sie erfüllt drei Funktionen:
Es beseitigt den Reibungswiderstand und sorgt für eine spürbar glattere Haptik.Die Beschichtung füllt die mikroskopischen Unebenheiten der Silikonoberfläche aus. Die Finger gleiten sanft darüber – mit einer feinen, samtigen Pfirsichhaut-Haptik statt der Rutschigkeit von Kunststoff.
Es reduziert die statische Aufladung und die Staubanziehung.Silikon lädt sich beim Mischen und Formen leicht statisch auf und zieht dadurch Staub an. Eine Haptik-Beschichtung kann die statische Oberflächenaufladung deutlich reduzieren, sodass das Produkt selbst nach einem Monat in der Verpackung noch absolut sauber bleibt.
Es schützt das darunterliegende Druckbild.Das Aufsprühen einer Haptikbeschichtung nach dem Siebdruck oder Lasergravieren erzeugt einen Schutzfilm über Zeichen und Grafiken. Die Verschleißfestigkeit wird dadurch deutlich gesteigert.
Auch Haptikbeschichtungen haben Grenzen. Da sie transparent sind, können sie die Produktfarbe nicht verändern. Soll das Bauteil eine andere Farbe erhalten – beispielsweise von transluzentem Silikon zu Schwarz –, muss der Prozess vor den weiteren Veredelungsschritten mit einem farbigen Basislack beginnen.
Zudem gibt es eine höherwertige Alternative: die PU-Beschichtung. Ihre Schichtdicke liegt bei 10–20 μm und die Aushärtungstemperatur ist mit 120–150 °C niedriger. Gleichzeitig bietet sie eine bessere Abrieb- und Chemikalienbeständigkeit als herkömmliche Haptik-Beschichtungen. Funktionale Produkte wie leitfähige Silikonkontakte oder Spitzen für Lesestifte werden daher typischerweise mit PU beschichtet anstatt mit Standard-Haptiklack.
Wann sollte eine Soft-Touch- oder PU-Beschichtung verwendet werden?Fast alleSilikontastaturenundSchutzhüllenbenötigen diese. Sie bildet bei den meisten Ausführungen den finalen Veredelungsschritt. Sofern an das Produkt keinerlei haptische Anforderungen gestellt werden – wie etwa bei einer Industriedichtung –, ist eine Soft-Touch-Beschichtung der Standard.
Vorbehandlung: Die Grundvoraussetzung für jedes Veredelungsverfahren
In der tatsächlichen Produktion erfolgt dieser Schritt zuerst.
Silikon besitzt eine Oberflächenenergie von nur etwa 22 mN/m. Zum Vergleich: Wasser hat eine Oberflächenenergie von 72 mN/m, und die meisten Druckfarben und Beschichtungen erfordern eine Substratoberflächenenergie von mindestens 38–42 mN/m für eine zuverlässige Haftung. Was bedeutet dieser Wert von 22 in der Praxis? Ein Tintentropfen perlt ab wie Wasser auf einem Lotusblatt, anstatt die Oberfläche zu benetzen.
Vor dem Bedrucken oder Beschichten muss die Silikonoberfläche daher aktiviert werden. Die Oberflächenenergie muss erhöht werden, damit die Druckfarbe benetzen und haften kann.
In der Industrie sind heute vor allem drei Aktivierungsverfahren weit verbreitet:
Plasmabehandlung— Hochenergetisches Plasma beschießt die Silikonoberfläche und lagert polare Gruppen wie Hydroxyl- und Carboxylgruppen in die Molekülkette ein. Eine 2025 von MDPI veröffentlichte Studie zeigte, dass eine Plasmabehandlung die Oberflächenenergie von Gummi um 58% erhöhen kann. Das Ergebnis ist gleichmäßig, reproduzierbar und umweltfreundlich – und stellt die aktuell gängigste Lösung dar.
Corona-Vorbehandlung— Eine Hochspannungsentladung erzeugt Ozon, um die Oberfläche zu oxidieren. Dies ist kostengünstiger als eine Plasmabehandlung und lässt sich ideal in kontinuierliche Fertigungslinien integrieren. Allerdings ist die Gleichmäßigkeit der Oberflächenbehandlung nicht so hoch wie beim Plasmaverfahren.
Primer— Eine chemische Haftvermittlerschicht (Primer) wird auf die Oberfläche aufgesprüht, um eine Brücke zwischen dem Silikon und der Druckfarbe zu bilden. Dies bietet das beste Preis-Leistungs-Verhältnis und ist bei Kleinserien üblich. Der Nachteil: Ein weiterer Prozessschritt und eine zusätzliche Variable kommen hinzu. Ist der Primer nicht vollständig getrocknet oder ungleichmäßig aufgetragen, kann der Druck dennoch fehlschlagen.
Kurz gesagt: Wenn ein Kunde fragt, warum sich ein gedrucktes Logo leicht ablöst, liegt das Problem fast nie an der Druckfarbe selbst. In 99% der Fälle wurde die Oberfläche gar nicht oder nicht ordnungsgemäß aktiviert.
Schnellvergleich der vier Verfahren
| Kategorie | Siebdruck | Tampondruck | Lasergravur | Haptikbeschichtung |
|---|---|---|---|---|
| Prinzip | Farbe wird durch ein Sieb aufgetragen | Silikontampon überträgt Druckfarbe | Laser trägt die Beschichtung ab | Transparente Beschichtung wird aufgesprüht |
| Präzision | Mittel | Mittel | Mikrometergenau | Nicht zutreffend |
| Dicke / Tiefe | 10–20 μm | Etwa 50 μm | 0,02–0,05 mm Vertiefungstiefe | 5–15 μm |
| Geeignete Oberflächen | Eben \/ leichte Krümmung | Gewölbt / sphärisch / uneben | Keine nennenswerten Einschränkungen | Keine nennenswerten Einschränkungen |
| Haptik der Beschriftung | Erhaben | Leicht erhabene Haptik | Vertieft | Glatte, matte Haptik |
| Haltbarkeit | Mittel bis hoch | Mittel bis hoch | Sehr hoch, nutzt sich nicht ab | Mittel bis hoch |
| Lichtdurchlässigkeit | Nein | Nein | Ja | Transparent und lichtdurchlässig |
| Mehrfarben-Fähigkeit | Mehrere Druck- und Einbrenndurchgänge | Mehrere Druckdurchgänge | Legt nur die darunterliegende Beschichtungsfarbe frei | Transparent und farblos |
| Relative Kosten | Niedrig | Mittel | Hoch | Mittel |
| Typische Anwendungen | Große Logos, mehrfarbige Grafiken | Kleine Tastaturzeichen, unregelmäßig geformte Teile | Hintergrundbeleuchtete Tasten, Fernbedienungen | Alle Tastaturen und Schutzhüllen |

Ein Blick auf diese Tabelle führt zu einem eindeutigen Fazit:stehen diese vier Verfahren nicht in Konkurrenz zueinander. Sie bauen aufeinander auf.In der realen Fertigung kombiniert eine Silikontastatur üblicherweise zwei oder drei dieser Verfahren.
Auswahlhilfe: Die richtige Entscheidung in vier Fragen
Beginnen Sie nicht mit der Frage, ob Siebdruck oder Lasergravur gewählt werden soll. Beantworten Sie zuerst diese vier Fragen:
Frage 1: Auf welche Art von Oberfläche wird die Beschriftung aufgebracht?
Flache oder leicht gekrümmte Oberflächen – Siebdruck. Gekrümmte, sphärische oder unebene Oberflächen – Tampondruck. Dies ist eine physikalische Grenze, keine Geschmackssache. Weist das Produkt sowohl flache Grafiken als auch Beschriftungen auf gekrümmten Flächen auf, ist eine Kombination aus Sieb- und Tampondruck erforderlich. Viele Fernbedienungen werden so gefertigt: Das Frontlogo wird per Siebdruck aufgebracht, die Zeichen auf den seitlichen Tasten per Tampondruck.
Frage 2: Ist eine Lichtdurchlässigkeit erforderlich?
Wenn eine LED-Hintergrundbeleuchtung erforderlich ist, nutzen Sie die Lasergravur. Daran gibt es keinen Zweifel. Druckfarben im Sieb- und Tampondruck blockieren das Licht und können keinen echten Hinterleuchtungseffekt erzeugen. Die Lasergravur ist das einzige Verfahren, das beleuchtete Zeichen mit sauberen Kanten und ohne Lichtstreuung ermöglicht.
Frage 3: Wie langlebig muss die Beschriftung sein?
Bedienelemente an Industrieanlagen, Outdoor-Geräten und Mittelkonsolen im Automobilbereich werden mitunter hunderte Male am Tag betätigt, sind Sonnenlicht ausgesetzt und werden mit Reinigungsmitteln abgewischt. Unter diesen Bedingungen können sieb- oder tamponbedruckte Zeichen nach ein bis zwei Jahren Abnutzungserscheinungen zeigen. Lasergeätzte Zeichen halten hingegen so lange wie das Produkt selbst.
Fernbedienungen für Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräte werden unter weniger anspruchsvollen Bedingungen und mit geringerer Nutzungshäufigkeit betrieben. In solchen Fällen ist Siebdruck oder Tampondruck völlig ausreichend und deutlich wirtschaftlicher.
Frage 4: Wie hoch ist die Budgetobergrenze?
Von niedrig nach hoch staffeln sich die Kosten üblicherweise in dieser Reihenfolge: Siebdruck < Tampondruck < haptische Beschichtung < Lasergravur.
Ein wesentlicher Aspekt ist jedoch: Obwohl die Lasergravur pro Bearbeitungsschritt höhere Kosten verursacht, fallen keine Verbrauchsmaterialien wie Drucksiebe oder geätzte Stahlklischees an. Die Lasermarkierung erfolgt digital – für Designänderungen genügt eine einfache Programmanpassung. Gibt es viele Varianten – beispielsweise eine Tastatur in fünf Sprachversionen –, können die Grenzkosten beim Lasern sogar niedriger sein als beim Siebdruck, da für den Siebdruck für jede Sprache ein eigener Siebsatz erforderlich ist.
Das 3-Schritte-Verfahren: Die gängigste Kombination in der Fertigung
Nachdem die einzelnen Verfahren mit ihren Stärken und Grenzen analysiert wurden, stellt sich die Frage, wie diese in der Produktionslinie tatsächlich kombiniert werden.
Im Bereich der Silikontastaturen undSilikonhülleBereich hat sich eine Standardkombination bereits unzählige Male bewährt:
Schritt 1: Farblackierung aufsprühen.Das geformte Silikonteil erhält zunächst eine Farbschicht, meist in einem dunklen Farbton wie Schwarz oder Dunkelgrau. Dies überdeckt fertigungsbedingte Farbabweichungen des Spritzgusses und dient als kontrastreiche Basis für die spätere Lasergravur.
Schritt 2: Zeichen per Laser gravieren.Der Laser trägt die Deckschicht ab und legt die darunterliegende Grundfarbe oder lichtdurchlässige Schicht frei. Dieser Schritt entscheidet über die Präzision der Zeichen und die Wirkung der Hintergrundbeleuchtung.
Schritt 3: Haptikbeschichtung aufsprühen.Dies ist der Schritt zur Versiegelung und zum Schutz. Er glättet die Oberfläche, verringert die Staubanfälligkeit und schützt die laserbeschrifteten Zeichen zuverlässig vor Abrieb.
Nach diesen drei Schritten verfügt das fertige Produkt über eine gleichmäßige Farbgebung, randscharfe vertiefte Zeichen und eine feine, glatte Haptik. Dies ist genau die Art von Silikonschaltmatte, wie man sie von elektronischen Wörterbüchern, Fernbedienungen oder Mittelkonsolen im Fahrzeugbau kennt.
Nicht jedes Produkt erfordert alle drei Schritte. Einige einfache Schutzhüllen benötigen lediglich eine haptische Beschichtung, da sie keine Beschriftung tragen. Manche Silikondichtungen benötigen überhaupt keine Oberflächenveredelung, da die Dichtleistung nicht von der Optik abhängt. Entscheidend ist, die Anforderungen Ihres Produkts genau zu bestimmen. Zahlen Sie nicht für unnötige Prozessschritte, aber sparen Sie nicht an den entscheidenden Schritten.
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Wenn das Produkt ein gedrucktes Logo, langlebige Zeichen und eine angenehme Haptik erfordert, ist das dreistufige Verfahren die perfekte Wahl. In diesem Fall empfiehlt sich die Zusammenarbeit mit einem Lieferanten, der über eine vollständige hauseigene Oberflächenveredelungslinie verfügt – einschließlich Beschichtung, Lasergravur sowie Sieb- oder Tampondruck. Vermeiden Sie es, Halbzeuge von einem Werk zum anderen zu transportieren, da Staubkontamination oder Oberflächenkontakt während des Transfers die nachfolgenden Prozesse beeinträchtigen können.
Bei der Bewertung vonLieferant für Silikonprodukte, stellen Sie eine weitere Frage: Wird die Oberflächenveredelung im eigenen Haus durchgeführt oder ausgelagert? Ist die Prozesskette komplett in einer Fertigungslinie integriert?