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Bei der individuellen FertigungSilikon-Dichtstopfenoder Staubschutzstopfen schon einmal Maßabweichungen wie „Sollmaß 8,0 mm, aber Fertigteil nur 7,8 mm“ festgestellt? Die Hauptursache dafür istFormenschwindung von Silikon– ein entscheidender Parameter, der die Maßhaltigkeit der fertigen Teile direkt beeinflusst. Dieser Artikel erklärt das Phänomen der Schwindung leicht verständlich, stellt eine praxisnahe Schwindungs-Referenztabelle bereit und gibt nützliche Auswahltipps für verschiedene Anwendungsszenarien, damit Sie kundenspezifische Maße noch präziser steuern können.
1. Was ist Silikonschwindung?
Unter Silikonschrumpfung versteht man dieVolumenschrumpfungsratedes Silikonmaterials, die durch die Vernetzung und Kontraktion der Molekülketten während der Vulkanisation und Formgebung entsteht. Sie wird üblicherweise in Prozent angegeben (z. B. 2,0%). Einfach ausgedrückt: Beträgt das Werkzeugmaß 10 mm und die Schwindungsrate 2%, misst das fertige Silikonteil ca. 9,8 mm.
Warum schrumpft Silikon?
Vor der Vulkanisation liegt Silikon in Form linearer Polymerketten vor. Während des Aushärtens (unter Hitze und Druck) vernetzen sich diese Ketten zu einem dreidimensionalen Netzwerk, der Molekülabstand verringert sich und das Volumen schrumpft. Dies ist eine inhärente physikalische Eigenschaft von Silikonwerkstoffen, die sich nicht vollständig vermeiden lässt. Die einzige Möglichkeit, die Maßhaltigkeit des fertigen Bauteils sicherzustellen, besteht darin, die Schwindung im Voraus zu berechnen und durch ein Aufmaß der Werkzeugmaße zu kompensieren.
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2. Referenztabelle für typische Silikonschwindungswerte (nach Härte & Materialtyp)
Nachfolgend sind die in der industriellen Produktion gängigsten Schrumpfungsbereiche aufgeführt. Die Angaben basieren auf Silikon-Materialdatenblättern sowie Erfahrungswerten aus dem Formenbau und gelten für Dichtungs-/Staubstopfen und andere kleine bis mittelgroße Bauteile (< 50 mm):
| Silikontyp | Härte (Shore A) | Schwindungsbereich | Typische Anwendungen | Messbeispiel |
|---|---|---|---|---|
| Pyrogenes Silikonkautschuk | 50–60A | 1.5%–1.8% | Hochpräzise statische Staubschutzstopfen (z. B. Geräteanschlüsse) | Dow Corning LSR 3340 (60A): 1.6% bei 170℃ / 10 MPa |
| 60–70A | 1.2%–1.5% | Wasser-/Gasdichtstopfen (z. B. Rohrverbindungen) | WACKER ELASTOSIL® LR 3040 (70A): 1.3% | |
| 70–80A | 1.0%–1.2% | Hochfrequentierte Staubschutzstopfen (z. B. USB-Schnittstellen) | Shin-Etsu KE-951-U (80A): 1.1% | |
| Fällungssilikonkautschuk | 50–60A | 2.2%–2.5% | Kostengünstige statische Staubschutzstopfen (z. B. Gehäuseöffnungen) | Standard-50A-Fällungskieselsäuremischung: 2.3% bei 160℃ / 8 MPa |
| 60–70A | 1.8%–2.2% | Allgemeine Dichtstopfen (z. B. wasserdichte Steckverbinder) | Inländische 65A-Fällungssilikonmischung: 2.0% bei 170℃ / 10 MPa | |
| 70–80A | 1.5%–1.8% | Verschleißfeste Staubschutzstopfen (z. B. für mechanische Drehknopföffnungen) | Inländische 75A-Fällungssilikonmischung: 1.7% bei 180℃ / 12 MPa |
3. Drei Schlüsselfaktoren, die die Schwindung beeinflussen (Wichtige Fallstricke)
- Je höher die Härte, desto geringer die Schrumpfung:
Weiche 50A-Mischungen besitzen relativ lockere Molekülketten, weshalb der Kontraktionsraum nach der Vernetzung größer ist (Schrumpfung > 2%). Harte 80A-Mischungen weisen dichtere Molekülketten und weniger Kontraktionsspielraum auf (Schrumpfung ca. 1%–1.5%). - Pyrogen vs. gefällt: Reinheit bestimmt die Schwindung:
Pyrogenes Silikon weist eine hohe Reinheit (SiO₂-Gehalt > 99.8%) und eine geordnete Molekularstruktur auf, was zu einer geringeren Schwindung führt (ca. 1.0%–1.8%). Gefälltes Silikon enthält mehr Verunreinigungen, weshalb die Schwindung höher ist (ca. 1.5%–2.5%), die Materialkosten jedoch niedriger ausfallen. - Feinabstimmung der Prozessparameter: Abweichung innerhalb von ±0.2% halten:
– Temperatur: 160–180 ℃ (pro 10 ℃ Temperaturerhöhung sinkt die Schwindung um ca. 0,1%).
– Druck: 10–15 MPa (unzureichender Druck führt zu geringer Dichte und erhöht die Schwindung um ca. 0,2%–0,3%).
– Haltezeit: 30–60 s (dickwandigere Teile erfordern längere Haltezeiten, um die Nachschwindung zu verringern).
4. Praxis-Referenz: Wie Sie das Schwindungsmaß anwendungsbezogen wählen
- Statischer Staubschutz (drucklos / geringe Steckhäufigkeit): Wählen Sie gefälltes Silikon mit 50–60A (Schwindung 2.2%–2.5%). Die Kosten sind gering und die Maßanforderungen grundlegend.
- Wasser-/Gasabdichtung (0,1–0,5 MPa Druck): Wählen Sie pyrogenes Silikon mit 60–70A (Schwindung 1.2%–1.5%). Die Maßhaltigkeit ist höher und die Dichtwirkung zuverlässiger.
- Häufiges Einstecken/Abziehen (>10-mal pro Tag): Wählen Sie pyrogenes Silikon mit 70–80A (Schwindung 1.0%–1.2%). Eine höhere Härte bietet eine bessere Verschleißfestigkeit und Formstabilität.
5. Drei entscheidende Fragen an Ihren Hersteller (Fallstricke vermeiden)
- „Verwenden Sie pyrogenes oder gefälltes Silikon? Wie hoch ist die genaue Härte in Shore A?“ (zur Bestimmung der Schrumpfungs-Basis)
- „Welche Schrumpfrate wird zur Berechnung der Werkzeugmaße verwendet? Können Sie die Berechnung offenlegen?“ (um zu prüfen, ob die Werkzeugkompensation plausibel ist)
- „Wie werden die Prozessparameter (Temperatur/Druck/Haltezeit) geregelt? Können Sie die Schwankung der Schrumpfung innerhalb von ±0.2% halten?“ (zur Sicherstellung der Stabilität in der Serienfertigung)
Fazit: Die Silikonschwindung ist der „versteckte Maßcode“ bei maßgefertigten Dichtungen und Staubschutzkappen. Wenn Sie das Zusammenspiel von Härte, Materialtyp und Schwindung verstehen und die Parameter passend zum Einsatzbereich wählen, lassen sich Maßabweichungen effektiv vermeiden. Speichern Sie diese Schwindungstabelle und nutzen Sie sie bei Ihrem nächsten individuellen FertigungsprojektSilikonstopfen– damit Sie die Maßhaltigkeit stets zuverlässig im Griff haben.